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07 05 06 :: 0:46 T.U.
Über dem militanten Auftauchen der antiautoritären Bewegung, der Neuen Linken und der Studentenbewegung Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird leicht übersehen, daß die politische Unruhe der damaligen Jahre weitaus komplexer war, als sie in der Rückschau erscheint. In Deutschland formierte sich parallel zur „Neuen Linken“ eine „Neue Rechte“, die sich von der Nachkriegsrechten durch ihre Vorliebe für wissenschaftliche Analyse, theoretische Arbeit, den Versuch der Überwindung des Rechts-Links-Schemas und einer als „solidaristisch“ bezeichneten antikapitalistischen Grundhaltung unterschied.
Zu ihren Köpfen zählte neben Wolfgang Strauss und dem jungen Henning Eichberg der damalige Ingenieursstudent Lothar Penz, der als einen der frühesten Zirkel der „Neuen Rechten“ den Hamburger Arbeitskreis „Junges Forum“ leitete.
Er gab erstmals im März 1964 die Zeitschrift Junges Forum heraus, die bis ins Jahr 2000 im Verlag Deutsch-Europäischer-Studien (DESG) hauptverantwortlich von Heinz-Dieter Hansen betreut wurde. Nun hat der junge Regin Verlag unter der Leitung von Markus Fernbach die traditionsreiche Schriftenreihe übernommen; bei durchaus veränderter programmatischer Schwerpunktsetzung, da man sich in der Selbstdarstellung als „rechts“ und „gegenrevolutionär“ verortet. Die erste Ausgabe unter Leitung
der neuen Redaktion beschäftigt sich mit Alexander Dugin, der einer der entschiedensten „Anti-Westler“ unter den russischen Intellektuellen ist, und eine „Bewegung Eurasien“ propagiert, die sich an dem geistigen Erbe der altgläubigen Tradition der russisch-orthodoxen Religion, der Sozialkritik der russischen Sozialisten sowie dem Traditionalismus und der Konservativen Revolution orientieren soll.
Aus: Sezession 6 · Juli 2004
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